
Lange Autobahnetappen, oft auch mit höheren Geschwindigkeiten oder
auch ein schön rasanter Ritt über unsere kurvenreiche Landschaften.
Beide haben etwas gemeinsam. Nicht nur, dass beides sehr viel Spaß
macht und den Adrenalinausstoß erhöht, sondern auch meist viel
Verschleiß am Fahrzeug zur Folge hat. Klingt wohl nun für die
meisten stark übertrieben, ist es aber dennoch. Wer gern in einem
gepflegten Fahrzeug unterwegs ist, wird wissen, wo sich dieser Verschleiß
sichtbar macht. Sie steigen nach einer netten Langstrecke aus ihrem Wagen
aus, bei der sie gern und gut die 120 km/h-Marke hinter sich lassen und
natürlich genauso oft auch negative Beschleunigung erfahren durften.
Deutschlands Straßenverkehr ist nicht gerade gleichmäßig
und „flüssig“. Scharfe Bremsungen gehören zum Alltag
. Wenn man nun sein Fahrzeug verlässt, wird dem genauen Beobachter
und Liebhaber schnell auffallen, dass sich eine Komponente des Verschleißes
auf den schönen und teurer Alu-Felgen breit gemacht hat. „Kein
Problem“, denken dann viele, „gibt ja Waschstraßen.
Dort muss ich nicht mal selbst arbeiten.“ Bei nächster Gelegenheit
wird es dann gleich ausprobiert. Das Ergebniss jedoch lässt dann
zu Wünschen übrig, vor allem bei filligranen Alu-Schmuckstücken.
Zwischen den Speichen sieht es keinen Tick besser aus. Auch wer selbst
zum Dampfstrahler bzw. der Schaumbürste in SB-Waschstraßen
greift, wird nicht mit großem Erfolg belohnt. Die Felgen sind zwar
nun heller und freier von dem dunklen Bremsstaub, aber dennoch weit entfernt
von „richtig sauber“.
Felgenreiniger sollen Abhilfe schaffen. Tun sie das wirklich?
Tuga-Chemie bietet den Aluminium-Teufel Felgenreiniger an und zwar als rosa Flüssigkeit in einer 1000ml Pump-Plastikflasche. Tuga-Chemie ist nur einer von vielen Anbietern in diesem Bereich, doch scheint der Alu-Teufel Felgenreiniger ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben. Gute zehn Euro für einen gesamten Liter. Das klingt nach einem guten Angebot. Deswegen ist dieses Produkt unser heutiges Testopfer, um zu beweisen, dass gut nicht immer gleich exorbitant teuer sein muss.
Laut dem Etikett ist die Anwendung kinderleicht: Felgen zuerst mit einem Hochdruckreiniger und klarem Wasser absprühen. Dann die rosa Flüssigkeit auf die Felgen sprühen und die Reifen um 180° drehen bzw. ein Stück vor/zurück fahren. Nun nochmals aufsprühen. Ein bis vier Minuten einwirken lassen und die Felgen wieder mit klarem Wasser absprühen und danach durch eine Waschanlage mit Felgenreinigungsbürsten fahren.
Klingt soweit alles machbar, oder nicht? Okay, wenn Sie keine Waschanlage mit Felgenreinigunsbrüsten in der Nähe haben, gehören Sie sicherlich nicht einer Minderheit an. Auch nicht, wenn Sie samstagvormittags ungern vier Minuten lang nur zusehen wie ihr Felgenreiniger einwirkt, wenn Sie in der Waschbox stehen, während schon 4 Autos in einer Schlange hinter Ihnen ungeduldig darauf warten, bis eine Box frei wird.
Daher habe ich mich entschlossen diesen Test nicht unter „perfekten Bedingungen“ durchzuführen, sondern so, wie es wohl jeder Normalsterbliche praktisch anwenden wird. Das sieht dann ungefähr so aus: Fahrzeug in die Waschbox fahren, Felgenreiniger aufsprühen, maximal eine Minute einwirken lassen, während ich Kleingeldwechsel und dieses in den Automaten werfe. Mehr Zeit bekommt der Alu-Teufel nicht. Meiner Meinung nach nützt ein Felgenreiniger nichts, wenn unrealistische Anforderungen an die Anwendung gestellt werden.
Tipp: Der Reiniger löst auch leichten Schmutz von anderen Metalloberflächen (nicht allen!) wie z.B. am Auspuff, sollte aber vorher an einer unkritischen Stelle ausprobiert werden.
Wer gründlich und verschwenderisch mit dem Felgenreiniger umging, wird belohnt. Allerdings nur auf den ersten Blick. Schnell fallen einem ein paar Stellen auf , bei denen scheinbar noch eine recht große Fläche an Bremsstaub festsitzt. Dies ist meist bei Speichenfelgen der Fall, vor allem an den Speichenseiten, die nicht immer leicht zugänglich sind und auf den ersten Blick schlecht sichtbar. Wer hier nicht so anspruchsvoll ist und wem eine knapp „80-90%ige Sauberkeit“ ausreicht, wird mit dem Ergebnis zufrieden sein. Allerdings finde ich, dass man von einem Felgenreiniger mehr erwarten darf, schließlich muss man, um richtig saubere Felgen zu erhalten, nochmals selbst Hand anlegen und mit Tüchlein und Schwämmlein nachbessern, oder eben die Felge nochmals einsprühen und einwirken lassen, was allerdings die Haltbarkeit einer Flasche auf relativ wenige Waschgänge reduziert.
| Pro | Contra |
|---|---|
| Erleichtert das Felgenputzen | Flüssigkeit,statt Gel |
| Löst Bremsstaub meist zuverlässig | Viel Konzentrat pro Felge benötigt |
| Preis (11-12€) | Mehrmalige Anwendung nötig |
| Biologisch abbaubar | Anwendung/Einwirkzeit |
bedingt empfehlenswert