
Ein neues Auto. Der Lack ist in Ordnung und glänzt, wie es sein
sollte. Noch. Bis man dann die erste Male, nach wenigen Monaten, in der
Waschstraße war und merkt, dass der Lack nicht mehr ganz so spiegelt,
wie es sein sollte. Die Spiegeleffekte auf Motorhaube und Co wirken langsam
etwas abgestumpft.
Auch wenn sie Besitzer eines edlen Old- oder Youngtimer sind, wollen sie
diesen natürlich bestmöglich pflegen und zur Geltung kommen
lassen. Schmutz, UV-Strahlung, säurehaltige Stoffe, gerade im Winter,
Abgase, Waschbürsten und vieles mehr greifen Tag-täglich die
Lackoberfläche an. Dies hat zur Folge, dass der Lack abstumpft, im
Extremfall, Farbpingmente „absterben“, Kratzer entstehen und
die Oberfläche rauher und dadurch schmutzempfindlicher wird. Dafür
soll es ja jede Menge Polituren geben, die das Blaue vom Himmel versprechen,
für jeden Lacktyp. Doch einen Überblick welches Produkt für
welchen Lack gut geeignet ist, findet man fast nirgends. In diesem Bericht
testen wir eine ausländische Hochglanzlackversiegelung, namens Liquid
Glass, die Anspruch auf die Oberklasse unter den Pflegeprodukten erhebt.
Ob dies zutrifft oder nicht, werden wir in diesem Test sehen.
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten einen Lack zu pflegen:
Lackreiniger
Die Hauptaufgabe des Lackreinigers ist es, grobe Verschmutzungen zu beseitigen,
die die Waschanlage nicht beseitigen kann. Denn auch ein frisch gewaschenes
Auto ist im Grunde genommen noch „dreckig“. Erst ein Lackreiniger
sorgt für rückstandslose Sauberkeit auf der Lackoberfläche.
Politur
Bei einer gründlichen Fahrzeugaufbereitung wird die Politur erst
nach einer Anwendung mit einem Lackreiniger aufgetragen. Eine Politur
reinigt zwar den Lack, jedoch besteht die Hauptaufgabe darin, die Lackoberfläche
für eine Lackversiegelung zu glätten. Hier erhöht sich
der Glanzgrad erheblich. Denn je höher die Sauberkeit und Glätte
der Oberfläche ist, desto höher ist der Glanz, da Lichtreflektionen
von Lackunebenheiten nicht mehr so stark gestört werden. Auch eine
Folge der geglätteten Oberfläche ist, eine schmutzunempfindlichere
Oberfläche.
Lackversiegelung
Sie ist die Krönung der Lackaufbereitung und ohne sie sind die vorhergegangen
Massnahmen nur von kurzem Erfolg. Denn eine sauber aufbereitete Lackoberfläche
will nicht nur gesäubert, sondern auch langfristig vor Witterungseinflüssen
und Anderem geschützt werden. Es gibt Produkte auf Carnaubawax-Basis
mit unterschiedlich hohem Anteil und Reinheit des Stoffes. Desweiteren
gibt es acrylbasierende Produkte sowie Luiquid Glass, das aus synthetischen
Waxen auf Polymerbasis und einem Diamantenstaubadditiv besteht.
Was braucht man für die Anwendung:
• Ein hochwertiges Microfasertuch, frisch gewaschen
• Ein Schaumstoffapplicatorpad bzw. ein weichen Schwamm, frisch
gewaschen
Zu Beachten:
• Der Lack muss sauber sein
• Nicht auf heissem Lack anwenden
• Nicht bei Regen anweden, auch wenn überdacht.
• Direkt nach der Behandlung das Fahrzeug keinesfalls im Regen abstellen.
Zu allererst sollte das Fahrzeug gründlichst gewaschen werden, entweder hochwertige Waschanlage, oder SB-Waschanalge mit Schaumbürste. Danach mit einem hochwertigen Baumwollhandtuch oder Leder trocknen, sodass das Leder richtig sauber und trocken ist. Die Anwendung von Liquid Glass setzt eine Politurbehandlung voraus, sofern der Lack dies erfordert. Bestehende Waxschichten auf der Lackoberfläche sollten auf jeden Fall mit Spühmittel oder ähnlichem entfernt werden.
Tipp: Bestehende Waxschichten nicht mit säurehaltigen Produkten, wie Essigreiniger oder Felgenreiniger behandeln!
Für eine möglichst ergiebige Behandlung empfehlen wir das Auftragen der blauen Flüssigkeit mithilfe einem Schaumstoffapplicatorpad, welches meist mitgeliefert wird. Dies sorgt für eine sparsame und gleichmäßige Verteilung auf dem Lack. Geben sie nun die Menge von ungefähr einem Cent-Stück auf das leicht angefeuchtete Pad. Arbeiten sie sich in Sektionen vor, eingeteilt in zum Beispiel Karroserieabschnitten. Verteilen sie die Lackversiegelung mit gleichmäßigem Druck und in geraden Längsbewegungen.
Achtung: Nicht in Kreisen auftragen!
Sobald sie die erste Sektion erfolgreich aufgetragen haben müssen sie so lange warten, bis eine dünne, milchige Schicht entsteht. Dies dauert ca. eine Minute. Mit einem flauschigen Microfastertuch wird diese Schicht gleichmäßig abgetragen. Diesen Vorgang wiederholen sie solange, bis sie ihr gesamtes Fahrzeug behandelt haben. Danach stellen sie, wenn möglich ihr Fahrzeug in die pralle Sonne.
Wichtig: Das Microfasertuch sollte mehrmals gewendet werden, um Schmierer zu vermeiden.
Um ein bestmöglichen Langzeitschutz zu erhalten sollte die gesamte Behandlung nach ca. zwei bis vier Wochen wiederholt werden. Empfohlen werden mindestens drei Schichten Liquid Glass, um einen Schutz für bis zu 9 Monaten zu gewährleisten.
Der Name Liquid Glass spricht für sich. Schon direkt nach dem ersten Abtragen der Liquid Glass-Schicht wird man sofort erkennen, dass der Lack sehr viel glatter und glänzender ist. Schon wenn man nur mit einer Hand leicht über die Oberfläche streicht kommt einem der der Bekanntliche „Babypopo“ in den Sinn. Nicht nur das! Sobald man genauer hinsieht kann man bei vielen Lackfarben erkennen ob man(n) sich heute Morgen rasiert hat oder nicht; ein auch sehr hilfreiches Feature. Entfernt man sich einige Meter und betrachtet das Fahrzeug von dort aus, kann man sich nicht mehr vorstellen, dass dieses Auto am Tag der Schlüsselübergabe auch nur annähernd so gut aussah wie jetzt. Jede Menge Lichtreflektionen und Schatten etc. werden nun im Lack sichtbar. Man könnte fast von einem „perfekten Ergenis“ sprechen, ohne zu übertreiben! Sie werden staunen, keinen Zweifel, vor allem bei dunklen Lacken.
| Pro | Contra |
|---|---|
| (fast) perfekter Glanz | Langzeitschutz erst nach mehreren Schichten |
| Sehr hoher Langzeitschutz | Preis (ca. 30€) |
| Relativ leichte Verarbeitung | Hochwertiges Microfasteruch vorausgesetzt |
| Extrem starke Reflektionen | |
| Sehr ergiebig |
Sehr empfehlenswert, besonders für Liebhaber, die den „besonderen Glanz“ für ihr Auto wollen und sich nicht mit einer Baumarktpolitur zufrieden geben und einen Langzeitschutz bevorzugen, wenn auch mehr Arbeit (mehrere Schichten empfohlen) erforderlich ist.