
Lacke wollen gepflegt werden. Dafür gibt es eine Vielzahl
an Möglichkeiten:
von SB-Waschanlagen mit Dampfstrahlern bis hin zu komfortablen Waschstraßen.
Genau das Richtige für schöne neue Lacke denken viele. Falsch!
Besonders neue Lacke sind sehr empfindlich und anfällig für
Kratzer. Vor allem die komfortablen automatischen Waschstraßen mit
großen monströsen Bürsten sind sehr „ungesund“
für die Lackoberfläche. Aber auch die Schaumbürsten in
SB-Anlagen sind nicht viel besser. Die rauen Fasern und Verschmutzungen
in den Schaumbürsten lassen Mikrokratzer im Lack entstehen, die den
Glanz mindern. Bei regelmäßiger Benutzung werden schnell aus
kleinen, kaum sichtbaren Kratzern, etwas Größere.
Im Sonnenschein wird einem dann schnell auffallen wie unschön das
aussehen kann.
Was nun?
Meguiar’s soll auch hier die Lösung haben. „Scratch-X“
lautet der Name der Zauberformel. Doch kann dieses Produkt zaubern? Um
die Antwort schon mal vorwegzunehmen:
Nein. Wer Wunder erwartet, braucht garnicht erst weiterlesen.
Nun einen kleinen Ausflug in die Theorie:
Betrachtet man einen Autolack mit bloßen Augen so sieht der Lack
aus, als wäre er eine glatte, ebene Oberfläche.
Der eine Lack glänzt mehr und der andere weniger. Der eine Lack bleicht
schneller aus,
der andere bleibt länger sauber bei gleicher Beanspruchung.
Man sollte sich die Lackoberfläche einmal unter dem Mikroskop vorstellen.
Gebrauchte Lacke gleichen manchmal Gebirgen bzw. Bergen. Verschmutzungen,
Kratzer etc. sind nur wenige Faktoren hierfür. Sie reissen kleine
Farbpigmente von der Lackoberfläche ab und diese wird dadurch immer
rauer. Vielleicht kann man das ein wenig nachvollziehen, indem man mit
der ausgestreckten Handfläche zuerst über eine Glasscheibe streicht
und dann über die Lackoberfläche. Man spürt einen deutlichen
Unterschied: Die Glasoberfläche ist glatt und im Vergleich zum Lack
geht das Drüberstreichen viel leichter.
Was bewirkt Scratch-X:
Scratch-X bewirkt eine Glättung der Lackoberfläche. Dies wird
durch Nano-Schleifpartikel in der Flüssigkeit erzielt. Im Bild gesprochen:
Die „Berge“ in der Lackoberfläche werden durch die Schleifpartikel
in die „Täler“ abgetragen. Klingt soweit recht einfach.
Die Behandlung ist auch dementsprechend einfach.
Was vor der Anwendung zu beachten ist:
• Fahrzeug waschen, bestenfalls mit Shampoo, (sauberen!) Schaumbürsten
o.Ä.
• Gründlich abledern
• Lack sollte handwarm sein
• Scratch-X löst Lackversieglungsschichten!
• Harze, Teere und festsitzende Insekten müssen zuvor mit entsprechenden
Pflegemitteln entfernt werden
• Kontakt mit Kunststoffen sollten vermieden werden
Anwendung:
Man gibt eine kleine Menge (entsprechend der Größe eines Cent-Stückes)
auf einen weichen, gut auspülbaren, nichtfusselnden, leicht angefeuchteten
Schaumstoffschwamm. Nun trägt man Scratch-X senkrecht zum Verlauf
eines Kratzers auf. Man sollte dabei nicht vergessen genügend Druck
auf den Lack auszuüben. Ist der Kratzer kaum mehr sichtbar, sollte
man kreisförmig weiter arbeiten.
Anschließend sollte man Scratch-X solange einwirken lassen bis sich
eine helle Schicht bildet.Danach kann diese Schicht mit einem feinen,
weichem Mikrofasertuch abgetragen werden.
Für optimale Ergebnisse empfehlen wir die Anwendung mit einer
Poliermaschine durchzuführen.
Bei Bedarf Anwendung wiederholen.
Ergebnis:
Die Lackoberfläche ist geglättet. Haarlinienkratzer sind meist
schnell ausgebessert, wenn man sich entsprechend viel Mühe gegeben
hat. Für tiefere Kratzer sind Lackstifte zu gebrauchen, wenn nach
wiederholter Anwendung kaum Besserung eingetreten ist. Dennoch kann sich
das Ergebnis sehen lassen. Bewirkt aber keine Wunder.
Für Auto-Liebhaber ein „must-have“, allerdings nicht
unbedingt für “Otto Normal Verbraucher“.
Zusammenfassung:
| Pro | Contra |
|---|---|
| Preis (ca. 14€) | Zeitintensiv |
| Gutes Ergebnis | Anspruchsvolle Anwendung |
| Hohe Ergiebigkeit |
Testurteil:
empfehlenswert